Planetary Service
Ein Orientierungsjahr, in dem junge Menschen, nach der Schule oder während des Studiums, in der Landwirtschaft, in sozialen Berufen oder in der ökologisch-sozial orientierten Wirtschaft mitarbeiten; wenn möglich auch im ferneren Ausland, um in einer anderen Kultur Erfahrungen zu sammeln.
Durch das eigene Tätigsein, das Reflektieren in Seminaren und den Austausch mit dem Team des Planatary Service, soll einerseits der Erfahrungsschatz angelegt werden, um die Aufgaben und Herausforderungen der heutigen Zeit besser einschätzen zu können und andererseits eine verbesserte Grundlage geschaffen werden, um sich zu entscheiden ›wo steige ich für meine Werdegang jetzt ein?‹.
Wir wollen mit der Stiftung Evidenz diese Idee anschieben. Sie soll sich verselbständigen und vervielfältigen, so dass möglichst viele junge Menschen teilhaben können.
›The planet has some 125 Million 18 year olds. My dream is that all of them would do one year of planetary service (to begin with) – I see it as an orientation and confrontation year. Think 250 Million hands — one year. They could move mountains, literally. It would be at the same time the sort of ritual which has been there forever: Leaving home, seeing the world, finding yourself‹
Rembert Biemond
Ca. 100 Millionen junge Menschen
eines Jahrgangs gibt es weltweit. Diese Persönlichkeiten können etwas für unseren Planeten tun. 200 Millionen Hände können in einem Jahr buchstäblich Berge versetzen. Viele Jahrhunderte musste man Militärdienst leisten, heute braucht es eine Umkehrung und Erneuerung. – ›Planetary Service statt Military Service‹. – Wir Menschen brauchen, die Erde braucht junges Engagement in vier Bereichen:
1. Klima und Landwirtschaft
Vor 200 Jahren haben 70% der Bevölkerung in und mit der Landwirtschaft gelebt, heute ist es in der westlichen Welt nur noch 1%. Viele junge Menschen waren noch nie auf einem Bauernhof. Durch die Arbeit mit der Erde, kann eine andere Verbindung zu wesentlichen Fragen unseres täglichen Lebens entstehen, u.a. zur Frage: Was ist gesundes Wachstum? Konkretere Themen sind u.a. Wasserqualität, Biodiversität, Landverlust, Landpflege, Forstwirtschaft oder der Umgang mit Tieren.
2. Care
Wir erleben vielerorts einen Notstand im Bereich des ›Care‹ im weitesten Sinne, bei der Versorgung von Kranken, Alten, Hilfsbedürftigen oder von Kindern. Das ist die zweite grosse Frage des 21. Jahrhunderts. In westlichen Großstädten gibt es 60% Singel-Haushalte, es gibt viele Probleme der Vereinsamung. Corona hat diese Probleme verdeutlicht und verstärkt. – Wie kann ich Menschen helfen? Dies zu lernen hat viel mit der Entwicklung von Mitgefühl zu tun. Und mit dem Erleben der eigenen Grenzen.
3. Das Unternehmerische
ist ein wesentliches Element, das junge Menschen im Welt-Wirtschaftszusammenhang lernen können. Wie können Ideen so ins Leben gebracht werden, dass sie nachhaltig und sozial den Menschen und der Umwelt dienen und womöglich langfristig ein monetärer Erfolg entsteht, der neue Entwicklungen in diesem Sinne ermöglicht? Hier besteht großes Potenzial den gesellschaftlichen Wandel mit zu gestalten.
4. Kunst und Kultur
›Bilde dich selbst und dann wirke auf andere durch das, was du bist!‹ Dieses Wort von W. v. Humboldt gehört elementar zum Jugendalter. In künstlerischer und kultureller Aktivität können die eigene Persönlichkeit, können Ideen (weiter)entwickelt und reflektiert werden.